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Dampfwachsschmelzer Einweihung


Letzen Sonntag war endlich noch mal für einen Tag Sonnenwetter angesagt und wir konnte unseren lang ersehnten und nun endlich gekauften Dampfwachsschmelzer einweihen.
Was waren das doch für trostlose Jahre, in denen wir aufgrund fehlender Möglichkeiten zur Verarbeitung und Kreislaufwirtschaftens kiloweise hervorragendes Wachs einfach weggeschmissen haben. Wir wussten zum Teil einfach nicht wohin damit. Einlagern von ausgeschnittenen Rähmchen? Nicht so einfach! Die Ausschnitte sind relativ groß, oft Honigfeucht und gären wenn man sie in den Keller schmeißt. Aus dem Grund wanderten die Reste in aller Regel in den Müll.
Das Ganze ist natürlich viel zu Schade, weil es sehr viel bessere Optionen gibt.
Wir haben uns für die Zukunft vorgenommen die Imkerei mehr als eine Kreislaufwirtschaft zu betrachten. Leider steht und fällt das mit dem lieben Mammon sowie dem Platzbedarf, der leider nicht ganz Ohne ist.


Der große Verschleiß – Warum in der Imkerei so viel Wachs anfällt


Jahr für Jahr produzieren die Bienen große Mengen Wachs, um die neu eingehängten Rähmchen – sei es große für den brut- oder kleinere für den hongiraum, mit großer Sorgfalt auszubauen. Diese Rähmchen haben grundsätzlich eine längere Lebensdauer und werden von den Bienen Instandgesetzt und sauber gehalten.


Leider kommt dann manchmal ein tollpatschiger Imker und schleudert die Rähmchen zu unvorsichtig, was zu kleinen Schäden bis hin zum Totalschaden der aufgebauten Wabenstruktur führt.

Mitunter sind natürlich auch die Bienen selbst Schuld – okay – nicht wirklich, auch beim Ausschlecken nach der Sommertracht entscheidet die gute Imkerliche Praxis über Erfolg oder Misserfolg. Es kam schon vor, dass wir hier durch zu kurzes oder falsches Vorgehen fast sämtliche Honigwaben entsorgen mussten, weil wir die Honigräume nicht richtig zum Ausschlecken aufgestellt hatten und sich die feuchten Waben nach einiger Zeit geruchstechnisch irgendwo zwischen Wein und Essig bewegten. Aber es kommt mitunter auch vor, dass unsere emsigen Bienen die Honigräume erst von Honigresten befreien, nur um dann in Windeseile wieder frischen Einzutragen und sogar zum Teil Zellen zu verdeckeln. Wenn Platz da ist, wird er genutzt – da sind die Mädels echt effizient. Nur genau diese Rähmchen sollen natürlich nach der letzten Ernte im Jahr eingelagert werden und müssen dafür leer sein, sonst tritt der in der Einleitung geschilderte Fall ein. Es kommt zur Gärung, weil der Honig mit Freude Wasser aus der Luft zieht und unsere Waben werden für die weitere Verwendung unbrauchbar. Auch jetzt müssen wir wieder einige Ausschneiden.

Der nächste Fall: Melezitose-Honig, der aufgrund seiner Struktur aushärtet und wie Zement in den Waben klebt. Da hat die Schleuder keine Chance und wir Imker fürchten ihn. Zumindest WIR Imker – denn wir haben keinen Melitherm und bekommen den Honig nicht mehr weich. Ergebnis: Ausschneiden (dank Dampfwachsschmelzer künftig hoffentlich nicht mehr!).

Pollen wiederum sind aus einem anderen Grund ein Ärgernis, weil die Wachsmotte sie so gerne mag. Wenn wir Waben mit Pollen in den Rähmchen einlagern, haben wir im nächsten Jahr unsere eigene Mottenzucht. Been there, done that. Da bleibt nur – leicht angeekeltes ausschneiden und entsorgen. Oder nach dem gezahlten Lehrgeld das aussortieren bevor sie eingelagert werden… Und wieder blutet das Imkerherz.

Letzten Endes gibt es dann auch noch das Entdeckelungswachs, das bei der Ernte anfällt. Jede einzelne Wabe wird mit der Entdeckelungsgabel geöffnet, indem der Wachsdeckel abgehoben wird. Dadurch haben wir nach einem Tag Honigschleudern kiloweise Wachsdeckel mit Honiganteil.
Diese Masse haben wir bislang tatsächlich nicht entsorgt sondern vakuumisiert um damit die Bienen anzufüttern. Aber auch hier lagen noch immer große Menge herum, die uns zum füttern zu alt waren.


Kurz die (bei uns aufgetretenen) Gründe für die Entsorgung bisher:

  • Rähmchen beim Honigschleudern zerstört
  • Beim Einlagern kam es wegen Honigrückstanden zu Gärung
  • Melezitose in den Waben, die sich nicht ausschleudern lässt und die Waben verstopft
  • Pollen in den Waben, die nicht eingelagert werden können wegen der Wachsmotte
  • Entdeckelungswachs der nach der Ernte übrigblebt


Kreislaufwirtschaft in der Imkerei

Unser Ziel ist es also künftig die Imkerei mehr als einen Kreislauf zu betrachten und vor allem auch danach zu handeln. Anstatt Wachs wegzuwerfen, weil wir es in der jeweiligen Form nicht lagern können, möchten wir es weiterverwenden für die Erzeugung der Mittelwände, die wir derzeit recht teuer einkaufen müssen.

Daher haben wir uns entschieden einen Dampfwachsschmerlzer im ersten Schritt anzuschaffen, der mit heißen Wasserdampf das Wachs aus den Rähmchen löst. Nebenbei reinigt er das Holz gleich noch Porentief und löst Verunreinigungen, die mit dem kondensierten Wasser im Nachgang ausgespült werden. Das Ergebnis: Ein Wachsblock im Eimer, Wasser mit Propolis und Hongresten, Pollen und allem was sonst in den Waben steckte und eine Reihe sauberer und wachsbefreiter Rähmchen, die wieder fit gemacht werden können für die nächste Saison.


Der Prozess:

1. Vorbereitung und technisches Setup

Zu Beginn wird die Betriebsbereitschaft des Geräts sichergestellt. Dies umfasst zwei wesentliche Schritte:

  • Wasserzufuhr: Der Dampferzeuger wird mit einer ausreichenden Menge Wasser befüllt. Eine konstante Dampfentwicklung ist entscheidend für einen zügigen Schmelzvorgang.
  • Auffangvorrichtung: Unter den Wachsauslauf wird ein hitzebeständiger Auffangbehälter platziert. Da das geschmolzene Wachs zusammen mit Kondenswasser austritt, sollte das Gefäß groß genug dimensioniert sein.

2. Bestückung des Schmelzbehälters

Im nächsten Schritt erfolgt das Einbringen des Ausgangsmaterials:

  • Beschickung: Die Altwaben werden meist samt Rähmchen in den Behälter eingehängt. Alternativ kann das Wabenwerk vorab herausgeschnitten und lose eingefüllt werden.
  • Filterung (Trester-Rückhalt): Ein integriertes Sieb oder eine Lochplatte sorgt dafür, dass grobe Verunreinigungen wie Puppenhäutchen und Kokonreste (der sogenannte Trester) zurückgehalten werden. Dies verhindert ein Verstopfen des Auslaufs und sorgt für einen sauberen Wachsfluss

3. Der thermische Schmelzvorgang

Sobald das Gerät aktiviert wird, beginnt der eigentliche Schmelzprozess:

  • Dampferzeugung: Der erzeugte Wasserdampf (ca. 100 °C) steigt in den Schmelzraum auf. Die Hitze bewirkt, dass sich das Wachs verflüssigt und von den Rähmchen sowie vom Trester löst.
  • Phasentrennung und Auslauf: Das flüssige Wachs fließt gemeinsam mit dem entstehenden Kondenswasser durch das Gefälle des Bodens zum Auslauf und in den Auffangbehälter.
  • Zeitaufwand: Ein vollständiger Schmelzdurchgang nimmt je nach Füllmenge und Umgebungstemperatur circa 20 bis 30 Minuten in Anspruch.

4. Nachbereitung und Hygiene

Nach Abschluss des Vorgangs lassen sich die gereinigten Rähmchen entnehmen. Durch die Einwirkung des heißen Wasserdampfs findet gleichzeitig eine thermische Desinfektion statt, die Krankheitserreger zuverlässig abtötet. Das gewonnene Wachs kühlt im Auffangbehälter langsam ab, wobei sich verbliebene feine Schmutzpartikel am Boden des Wachsblocks absetzen und später leicht entfernt werden können. Bei Rähmchen die aus dem Dampfwachsschmelzer kommen, kann im Nachgang mit dem Stockmeißel noch der übrige Propolis-Rest entfernt werden und alles glänzt wieder.


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